All-on-4 Ablauf, Dauer und Risiken – was Patienten wissen sollten
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All-on-4 Ablauf, Dauer und Risiken – was Patienten wissen sollten

Der All-on-4 Ablauf verständlich erklärt – inklusive Dauer, Heilungsphase und möglicher Risiken. Sachliche Entscheidungshilfe für Patienten aus der Schweiz.

All-on-4 Ablauf, Dauer und Risiken – was Patienten wissen sollten

Geschrieben von: Dr. Attila Halász - MSc., MoM - Ärztlicher Direktor der Klinik, Zahnarzt, Kieferchirurg

Die All-on-4 Behandlung ist eine bewährte Lösung für Patienten mit vollständigem Zahnverlust oder stark geschädigtem Gebiss, die sich feste Zähne wünschen. Das Konzept basiert darauf, eine komplette Zahnreihe auf lediglich vier Implantaten zu befestigen. In geeigneten Fällen ist es möglich, bereits am Tag des Eingriffs feste, provisorische Zähne zu erhalten – bekannt als „feste Zähne an einem Tag“.

Damit dieses Behandlungskonzept langfristig zuverlässig funktioniert, ist ein klar strukturierter Ablauf entscheidend. In diesem Artikel zeigen wir Schritt für Schritt, wie der All-on-4 Ablauf gestaltet ist – von der ersten Beratung über den chirurgischen Eingriff bis hin zum definitiven Zahnersatz. Ziel ist es, dem Patienten eine transparente und realistische Orientierung zu geben, ohne falsche Erwartungen zu wecken.

Was ist eine All-on-4 Behandlung und für wen ist sie geeignet?

Die All-on-4 Behandlung ist eine moderne zahnmedizinische Lösung, die bei vollständigem Zahnverlust oder stark geschädigtem Gebiss eine feste Versorgung ermöglicht. Das Grundprinzip ist ebenso klar wie effizient: Eine komplette Zahnreihe wird auf lediglich vier strategisch im Kiefer positionierten Implantaten befestigt. In der Regel werden zwei Implantate senkrecht und zwei leicht schräg eingesetzt. Diese Anordnung sorgt auch bei reduziertem Knochenangebot für eine stabile Verankerung.

All-on-4 eignet sich insbesondere für Patienten, bei denen eine klassische Implantation nur mit umfangreichem Knochenaufbau möglich wäre oder die eine lange, mehrstufige Behandlung vermeiden möchten. Durch die schräg gesetzten Implantate kann in vielen Fällen auf zusätzliche Knochenaufbauten verzichtet werden. Das vereinfacht den chirurgischen Eingriff und verkürzt gleichzeitig die gesamte Behandlungsdauer.

Ein wesentlicher Vorteil der All-on-4 Methode besteht darin, dass unter geeigneten Voraussetzungen bereits am Tag der Operation eine feste, provisorische Zahnreihe eingesetzt werden kann. Der Patient muss die Heilungsphase somit weder zahnlos noch mit einer herausnehmbaren Prothese überbrücken. Gerade dieser Aspekt macht All-on-4 für Patienten attraktiv, die neben Funktion auch grossen Wert auf Alltagstauglichkeit und Sicherheit legen.

All-on-4 feste Zähne
All-on-4 feste Zähne

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit All-on-4 infrage kommt?

Damit eine All-on-4 Behandlung sinnvoll und langfristig stabil durchgeführt werden kann, müssen bestimmte medizinische Voraussetzungen gegeben sein. Dabei handelt es sich nicht um starre Ausschlusskriterien, sondern um fachliche Rahmenbedingungen, die für den Behandlungserfolg entscheidend sind. Eine zentrale Rolle spielt der Zustand des Kieferknochens. Auch wenn All-on-4 speziell für Situationen mit reduziertem Knochenangebot entwickelt wurde, ist eine minimale Knochenmenge sowie eine ausreichende Knochenqualität notwendig, um die vier Implantate sicher zu verankern.

Ebenso relevant ist der Zustand der vorhandenen Zähne. All-on-4 kommt in der Regel bei vollständigem Zahnverlust oder dann zum Einsatz, wenn die bestehenden Zähne nicht mehr erhaltungsfähig sind. In solchen Fällen beginnt die Behandlung häufig mit der Entfernung der nicht mehr stabilen Zähne, gefolgt von der Implantation. Voraussetzung dafür ist, dass eine vollständige und belastbare Versorgung von Beginn an realistisch planbar ist.

Auch der allgemeine Gesundheitszustand beeinflusst die Beurteilung der Eignung für All-on-4. Bestimmte chronische Erkrankungen, eine schlecht eingestellte Diabetes oder starkes Rauchen können die Einheilung der Implantate beeinträchtigen. Diese Faktoren schliessen eine Behandlung nicht automatisch aus, müssen jedoch im Rahmen der Planung sorgfältig berücksichtigt werden. Eine fundierte Abklärung vor Beginn der Behandlung schafft die Grundlage für einen kalkulierbaren und sicheren Ablauf.

Wie läuft das erste Beratungsgespräch ab und welche Antworten erhält der Patient dabei?

Der erste Schritt einer All-on-4 Behandlung ist stets ein ausführliches Beratungsgespräch. Ziel dieses Termins ist nicht eine sofortige Entscheidung, sondern eine präzise Einschätzung der Ausgangssituation. In diesem Rahmen wird geklärt, ob All-on-4 für den Patienten grundsätzlich eine realistische Behandlungsoption darstellt. Unser Zahnarzt beurteilt den Zustand des bestehenden Gebisses, geht auf die aktuellen Beschwerden ein und bespricht die Erwartungen des Patienten in Bezug auf eine feste Zahnversorgung.

Ein zentraler Bestandteil des Gesprächs ist die Klärung der Vorgeschichte. Dazu zählen frühere zahnmedizinische Behandlungen, vorhandene Implantate, operative Eingriffe sowie relevante Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand. Ohne diese Grundlagen ist keine verantwortungsvolle Planung möglich, da es sich bei All-on-4 um eine langfristige Versorgung handelt, bei der die Qualität der Planung den späteren Behandlungserfolg massgeblich beeinflusst.

Dieses Beratungsgespräch bildet die Basis dafür, dass die weiteren Untersuchungen sowie der Behandlungsplan gezielt und ohne unnötige Zwischenschritte erstellt werden können.

Welche Untersuchungen sind vor einer All-on-4 Behandlung notwendig?

Vor Beginn einer All-on-4 Behandlung sind gezielte diagnostische Untersuchungen erforderlich, um eine verlässliche Beurteilung von Kieferknochen, Weichgewebe und dem bestehenden Gebiss zu ermöglichen. Diese Untersuchungen sind keine standardisierten Schritte, sondern bilden die Grundlage für den gesamten Behandlungsablauf. Ohne eine fundierte Diagnostik lässt sich nicht beurteilen, unter welchen Voraussetzungen und in welchen Positionen die Implantate sicher eingesetzt werden können.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die dreidimensionale Bildgebung, in der Regel in Form einer CBCT-Aufnahme. Sie liefert detaillierte Informationen über Knochenhöhe, -breite und -qualität und erlaubt eine präzise Planung der Implantatpositionen. Besonders beim All-on-4 Konzept ist diese Genauigkeit entscheidend, da die schräg gesetzten Implantate exakt auf die anatomischen Gegebenheiten abgestimmt werden müssen. Auch sensible Strukturen wie Nervenverläufe oder die Kieferhöhlen werden dabei berücksichtigt.

Ergänzend zur Bildgebung erfolgt eine klinische Untersuchung, bei der unser Zahnarzt den Zustand der Schleimhäute, die Art des Zusammenbeissens sowie mögliche entzündliche Veränderungen beurteilt. Sind noch Zähne vorhanden, wird auch deren Erhaltungsfähigkeit geprüft, da dies Einfluss auf Reihenfolge und Timing der Behandlung hat. Erst das Zusammenspiel dieser Untersuchungen ermöglicht eine Planung, die nicht auf starren Standardlösungen basiert, sondern konsequent von der individuellen Ausgangssituation ausgeht.

Was bedeutet der All-on-4 Behandlungsplan genau und wie wird er erstellt?

Der All-on-4 Behandlungsplan bildet die fachliche Grundlage für den gesamten Behandlungsablauf – vom chirurgischen Eingriff bis zur definitiven festen Versorgung. Dabei handelt es sich nicht um eine allgemeine Vorlage, sondern um einen individuell erstellten Plan, der auf die konkrete Ausgangssituation des Patienten abgestimmt ist. In unserer Praxis berücksichtigt dieser Plan sowohl die anatomischen Voraussetzungen des Kieferknochens als auch den Zustand des bestehenden Gebisses sowie funktionelle und ästhetische Erwartungen.

Die Erstellung des Behandlungsplans basiert auf den Ergebnissen der diagnostischen Untersuchungen. Anhand der bildgebenden Verfahren werden Anzahl, Position und Neigungswinkel der Implantate exakt festgelegt. Ebenso wird beurteilt, ob vorbereitende Massnahmen wie Zahnextraktionen notwendig sind. In diesem Schritt wird auch geplant, wann und in welcher Form eine provisorische feste Versorgung eingesetzt wird und zu welchem Zeitpunkt der Übergang zum definitiven Zahnersatz vorgesehen ist.

Neben den medizinischen Aspekten hat der All-on-4 Behandlungsplan in unserer Praxis auch eine klare organisatorische Funktion. Er gibt einen strukturierten Überblick über die einzelnen Behandlungsschritte, deren zeitliche Abfolge sowie die notwendigen Termine vor Ort. Diese Transparenz ermöglicht es dem Patienten, den Ablauf realistisch einzuordnen und sich auf die einzelnen Phasen der Behandlung vorzubereiten, ohne dass Unklarheiten oder unnötige Unsicherheiten entstehen.

Wie läuft die All-on-4-Operation Schritt für Schritt ab?

Der Operationstag einer All-on-4 Behandlung folgt einem klar definierten Ablauf und ist für den Patienten gut planbar und nachvollziehbar. Zu Beginn erfolgt die Vorbereitung, die sowohl die Anästhesie als auch eine abschliessende Kontrolle des Behandlungsplans umfasst. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Schritte exakt wie vorgesehen umgesetzt werden und während des Eingriffs keine ungeplanten Entscheidungen notwendig sind.

Sind noch nicht entfernte, nicht erhaltungsfähige Zähne vorhanden, werden diese zunächst extrahiert. Anschliessend werden die Implantate an den zuvor festgelegten Positionen eingesetzt. Charakteristisch für das All-on-4 Konzept ist, dass die hinteren Implantate in einem leichten Winkel gesetzt werden. Diese Technik ermöglicht eine stabile Verankerung, ohne dass in vielen Fällen ein umfangreicher Knochenaufbau erforderlich ist. Während des gesamten Eingriffs achtet unser Zahnarzt konsequent auf eine präzise Platzierung und eine ausreichende primäre Stabilität, da diese Voraussetzung für die sofortige provisorische Versorgung ist.

Nach Abschluss des chirurgischen Teils wird – sofern die Stabilität gegeben ist – die provisorische feste Zahnreihe angefertigt und eingesetzt. Das bedeutet, dass der Patient unsere Praxis bereits am Tag des Eingriffs mit festen Zähnen verlassen kann. Zum Abschluss erhält er klare Anweisungen für die ersten Tage nach der Operation, Hinweise zu möglichen Beschwerden sowie die Termine für die Nachkontrollen. So verlässt der Patient unsere Praxis nicht nur mit neuen Zähnen, sondern auch mit einer klaren Orientierung für die nächste Phase der Behandlung.

Erhält der Patient wirklich sofort feste Zähne nach dem Eingriff?

Einer der meistgenannten Vorteile der All-on-4 Behandlung ist die Möglichkeit der sogenannten Sofortbelastung. Das bedeutet, dass der Patient unter bestimmten Voraussetzungen bereits am Tag des Eingriffs eine feste Zahnreihe erhalten kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein automatisches Versprechen, sondern um eine fachliche Entscheidung, die von klar definierten Kriterien abhängt. Entscheidend ist vor allem die primäre Stabilität der Implantate, die unser Zahnarzt während der Implantation sorgfältig überprüft.

Sind die Implantate ausreichend stabil im Kiefer verankert, kann eine provisorische feste Versorgung sicher eingesetzt werden. Diese Lösung bietet sowohl funktionell als auch ästhetisch deutliche Vorteile gegenüber einer herausnehmbaren Übergangslösung. Gleichzeitig ist wichtig zu verstehen, dass es sich dabei nicht um den definitiven Zahnersatz handelt. Die provisorischen festen Zähne sind für die Heilungsphase konzipiert und dienen dazu, die Implantate zu schützen, während sie dem Patienten eine stabile und alltagstaugliche Versorgung ermöglichen.

Es gibt auch Situationen, in denen eine sofortige feste Versorgung nicht empfohlen wird. In solchen Fällen wird zum Schutz der Implantate zunächst eine entlastende Übergangslösung gewählt, und die feste Versorgung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Diese Entscheidung basiert stets auf der individuellen Ausgangslage und dem Ziel, eine sichere und gut kalkulierbare Einheilung zu gewährleisten.

Wie schmerzhaft ist eine All-on-4 Behandlung und die Heilungsphase?

Eine der häufigsten Fragen im Zusammenhang mit einer All-on-4 Behandlung betrifft das Thema Schmerzen. Der chirurgische Eingriff selbst erfolgt unter geeigneter Anästhesie, sodass der Patient während der Operation keine Schmerzen verspürt. Entscheidend ist vielmehr, wie sich die Zeit nach dem Eingriff anfühlt und mit welchen Beschwerden in den ersten Tagen zu rechnen ist.

Nach der Operation können vorübergehend Schmerzen, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Reaktionen sind eine normale Folge des chirurgischen Eingriffs und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage deutlich ab. Am Ende der Behandlung erhält der Patient von unserem Zahnarzt klare Anweisungen zur Schmerzmedikation, zur Kühlung sowie zu den Massnahmen, die zu Hause unterstützend wirken, damit die Heilung kontrolliert und möglichst angenehm verläuft.

In der Heilungsphase können die meisten Patienten nach kurzer Zeit wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Gleichzeitig ist es wichtig, die empfohlenen Verhaltensregeln einzuhalten. Dazu gehört unter anderem, körperliche Belastungen in der Anfangszeit zu vermeiden und die provisorische feste Versorgung zu schonen. Ziel ist nicht eine möglichst schnelle Belastung, sondern eine ruhige und gut kalkulierbare Einheilung der Implantate, die die Grundlage für den späteren definitiven Zahnersatz bildet.

Wie lange dauert die Einheilung der Implantate und was passiert in dieser Zeit?

Bei einer All-on-4 Behandlung ist die Einheilungsphase der Implantate – fachlich als Osseointegration bezeichnet – ein zentraler Abschnitt. In dieser Zeit verbinden sich die Implantate stabil mit dem Kieferknochen. Erst dadurch entsteht die Belastbarkeit, die für eine sichere Befestigung des definitiven Zahnersatzes notwendig ist. Dieser Prozess folgt biologischen Gesetzmässigkeiten und benötigt entsprechend Zeit.

In der Regel dauert die vollständige Einheilung mehrere Monate. Während dieses Zeitraums wächst der Knochen schrittweise an die Implantatoberfläche heran und bildet eine zunehmend feste Verbindung. Eine Besonderheit des All-on-4 Konzepts besteht darin, dass die Implantate bereits während dieser Phase eine feste, provisorische Zahnreihe tragen. Diese ist gezielt für die Heilungszeit konzipiert und ermöglicht eine kontrollierte Belastung, ohne den Einheilungsprozess zu gefährden.

Für den Patienten verläuft diese Phase nach aussen hin oft unauffällig, aus fachlicher Sicht erfordert sie jedoch regelmässige Kontrollen. Unser Zahnarzt überprüft dabei die Stabilität der Implantate, den Zustand des Weichgewebes sowie die Verteilung der Belastung. Diese Einheilungsphase schafft die Voraussetzung dafür, dass der definitive Zahnersatz später nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch funktionell langfristig zuverlässig ist.

Wann wird der definitive feste Zahnersatz bei All-on-4 eingesetzt?

Bei einer All-on-4 Behandlung wird der definitive feste Zahnersatz nicht unmittelbar nach der Operation eingesetzt, sondern erst nach Abschluss der Einheilungsphase der Implantate. Dieser Schritt erfolgt dann, wenn die Implantate stabil im Kieferknochen verankert sind und eine dauerhafte Belastbarkeit erreicht haben. Erst zu diesem Zeitpunkt besteht eine sichere Grundlage für eine langfristige, definitive Versorgung.

Nach abgeschlossener Einheilung beginnt die Planung und Anfertigung des endgültigen Zahnersatzes. Dabei stehen nicht mehr nur Stabilität und Schonung im Vordergrund, sondern auch Funktion und Ästhetik in vollem Umfang. Form, Material und die Einstellung des Bisses werden individuell auf die Situation des Patienten abgestimmt und berücksichtigen auch die Erfahrungen aus der Phase mit der provisorischen Versorgung.

Das Einsetzen des definitiven Zahnersatzes markiert den Abschluss der eigentlichen Behandlungsphase und zugleich den Beginn des Alltags mit einer langfristig ausgelegten festen Lösung. Ab diesem Moment handelt es sich nicht mehr um eine Übergangslösung, sondern um einen Zahnersatz, der für den dauerhaften Gebrauch konzipiert ist und im täglichen Leben uneingeschränkt genutzt werden kann.

Wie langlebig ist eine All-on-4 Lösung auf lange Sicht?

Die langfristige Haltbarkeit einer All-on-4 Versorgung hängt in erster Linie davon ab, wie stabil die Implantate im Kieferknochen einheilen und wie ausgewogen die Belastung des definitiven Zahnersatzes verteilt ist. Bei sorgfältiger Planung und fachgerechter Umsetzung handelt es sich bei All-on-4 nicht um eine Übergangslösung, sondern um ein Konzept, das auf viele Jahre ausgelegt ist.

Die Lebensdauer der Implantate steht in direktem Zusammenhang mit der Stabilität der Verbindung zwischen Knochen und Implantat. Verläuft der Einheilungsprozess problemlos und wird die Kaubelastung gleichmässig auf alle vier Implantate verteilt, ist das System biomechanisch gut belastbar. Genau darauf basiert das All-on-4 Konzept: Durch die schräg gesetzten Implantate werden die Kaukräfte günstig in den Knochen eingeleitet, was auch langfristig zu einer stabilen Situation beiträgt.

Neben der chirurgischen und zahntechnischen Qualität spielt auch die Nachsorge eine entscheidende Rolle für die Langlebigkeit. Regelmässige Kontrollen, eine sorgfältige Mundhygiene sowie die periodische Überprüfung der Versorgung tragen dazu bei, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. All-on-4 ist daher keine wartungsfreie Lösung, sondern ein stabiles System, das bei entsprechender Pflege über viele Jahre hinweg zuverlässig funktionieren kann.

Welche Kontrollen und welche Nachsorge sind nach einer All-on-4 Behandlung erforderlich?

Die Kontrollen nach einer All-on-4 Behandlung dienen nicht einer allgemeinen Überprüfung, sondern verfolgen klar definierte Ziele in den einzelnen Phasen der Heilung und Belastung. Die erste Kontrolle findet in der Regel kurz nach dem Eingriff statt. Dabei stellt unser Zahnarzt sicher, dass die Wundheilung planmässig verläuft und die provisorische feste Versorgung stabil und beschwerdefrei sitzt.

Während der Einheilungsphase folgen weitere Kontrolltermine. In diesem Zeitraum werden die Stabilität der Implantate, der Zustand des Weichgewebes sowie die Verteilung der Belastung überprüft. Diese Termine sind wichtig, um sicherzustellen, dass die provisorische Versorgung die Implantate wie vorgesehen schützt und bei Bedarf kleinere Anpassungen für Komfort und Funktion vorgenommen werden können.

Nach dem Einsetzen des definitiven Zahnersatzes verändert sich der Fokus der Nachsorge. Nun stehen die Kontrolle der Befestigung, die Einstellung des Bisses sowie die Beurteilung der Reinigungsmöglichkeiten im Vordergrund. Ziel der Nachsorge ist es, dass der Patient seine All-on-4 Versorgung im Alltag sicher, komfortabel und ohne Einschränkungen nutzen kann und mögliche Abweichungen frühzeitig erkannt und korrigiert werden.

Welche Risiken und Kompromisse sind mit einer All-on-4 Behandlung verbunden?

Die All-on-4 Behandlung ist ein bewährtes und gut kalkulierbares Konzept. Dennoch ist sie – wie jeder umfassende zahnmedizinische Eingriff – nicht völlig frei von Risiken und bestimmten Kompromissen. Diese offen anzusprechen ist wichtig, um realistische Erwartungen zu schaffen und spätere Missverständnisse zu vermeiden.

Ein zentraler Risikofaktor betrifft die Einheilung der Implantate. Obwohl All-on-4 auf Stabilität ausgelegt ist, kann es in einzelnen Fällen vorkommen, dass ein Implantat nicht wie geplant einheilt. In einer solchen Situation kann eine Anpassung des Behandlungsplans erforderlich werden. Das ist selten, sollte aber insbesondere bei eingeschränkter Knochenqualität oder relevanten Vorerkrankungen von Beginn an berücksichtigt werden.

Ein möglicher Kompromiss liegt darin, dass bei All-on-4 ein kompletter Zahnbogen auf nur vier Implantaten abgestützt wird. Dieses Konzept ist biomechanisch gut durchdacht, setzt jedoch eine präzise Planung, eine gleichmässige Belastungsverteilung und eine regelmässige Kontrolle voraus. All-on-4 ist keine „wartungsfreie“ Lösung, sondern erfordert auch langfristig Aufmerksamkeit und konsequente Nachsorge.

Zudem ist All-on-4 nicht für jede Ausgangssituation die optimale Wahl. Bestimmte anatomische oder gesundheitliche Voraussetzungen können andere implantologische Konzepte sinnvoller oder sicherer machen. Deshalb ist eine gründliche Abklärung und eine ehrliche fachliche Beratung vor der Entscheidung entscheidend. All-on-4 entfaltet seine Stärken dann, wenn es bewusst gewählt und passend zur individuellen Situation eingesetzt wird.

Fazit – Für wen ist All-on-4 die richtige Entscheidung?

Die All-on-4 Behandlung ist eine klar strukturierte Lösung für Situationen mit vollständigem Zahnverlust oder nicht mehr erhaltungsfähigem Gebiss, wenn das Ziel eine feste, langfristig nutzbare Versorgung ist. Die Stärke des Konzepts liegt in seinem gut planbaren Ablauf und darin, dass bereits früh im Behandlungsverlauf eine stabile Alltagssituation erreicht werden kann.

Gleichzeitig ist All-on-4 keine Lösung nach dem Prinzip „one size fits all“. Der Behandlungserfolg hängt entscheidend von einer präzisen Diagnostik, der Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage und einer ehrlichen fachlichen Einschätzung ab. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann All-on-4 nicht nur funktionell überzeugen, sondern auch ein hohes Mass an Sicherheit und Verlässlichkeit bieten.

Vor der Entscheidung sollte daher weniger die Frage im Vordergrund stehen, wie schnell oder eindrucksvoll das Ergebnis ist, sondern ob diese Lösung langfristig stabil, sinnvoll und gut kalkulierbar ist. All-on-4 entfaltet seine Vorteile dann, wenn es bewusst gewählt wird – auf Basis realistischer Erwartungen und einer fundierten zahnmedizinischen Planung.

Häufig gestellte Fragen


Wie lange dauert eine All-on-4 Behandlung insgesamt?

Eine All-on-4 Behandlung besteht aus mehreren Phasen. Der chirurgische Eingriff selbst findet in der Regel an einem einzigen Termin statt, bei dem die Implantate eingesetzt werden und häufig bereits eine provisorische feste Versorgung erfolgt. Der definitive Zahnersatz wird nach abgeschlossener Einheilung der Implantate eingesetzt, meist einige Monate später.

Kann All-on-4 eine Knochenaufbau-Behandlung ersetzen?

In vielen Fällen ja, aber nicht in jeder Situation. Ein Vorteil des All-on-4 Konzepts besteht darin, dass durch die schräg gesetzten Implantate oft auf umfangreiche Knochenaufbauten verzichtet werden kann. Der Zustand des Kieferknochens wird jedoch immer individuell beurteilt, und in seltenen Fällen können vorbereitende Massnahmen erforderlich sein.

Wie belastbar ist die provisorische feste Versorgung?

Die provisorische feste Zahnreihe ist stabil, jedoch nicht für eine maximale Belastung ausgelegt. Während der Einheilungsphase ist eine kontrollierte Nutzung vorgesehen, weshalb bestimmte Einschränkungen beim Kauen und bei der Ernährung eingehalten werden müssen. Dadurch werden die Implantate während der Heilung geschützt.

Was passiert, wenn ein Implantat nicht richtig einheilt?

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Implantat nicht wie geplant einheilt. In einer solchen Situation wird der Behandlungsplan angepasst, beispielsweise durch den Ersatz des Implantats oder eine Anpassung des Versorgungskonzepts. Das All-on-4 System bietet auch in solchen Fällen flexible Lösungsmöglichkeiten.

Wie natürlich fühlt sich eine All-on-4 Versorgung an?

Die definitive All-on-4 Versorgung ist fest verankert und bewegt sich nicht. Im Alltag empfinden die meisten Patienten sie als sehr natürlich. Kauen, Sprechen und das ästhetische Erscheinungsbild kommen dem Gefühl eigener Zähne deutlich näher als bei herausnehmbaren Lösungen.

Benötigt eine All-on-4 Versorgung eine spezielle Pflege?

Ja, eine All-on-4 Versorgung erfordert eine regelmässige und sorgfältige Mundhygiene. Die Pflege ist nicht komplizierter als bei natürlichen Zähnen, setzt jedoch geeignete Hilfsmittel und regelmässige Kontrollen voraus, um die Versorgung langfristig stabil zu halten.

Muss eine All-on-4 Versorgung im Laufe der Zeit ersetzt werden?

Die Implantate selbst sind auf eine langfristige Nutzung ausgelegt. Der Zahnersatz hingegen kann – wie jede zahntechnische Arbeit – im Laufe der Jahre Wartung oder einen Austausch benötigen. Dies ist kein Anzeichen für ein Versagen, sondern Teil der normalen langfristigen Betreuung.

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