Geschrieben von: Dr. Attila Halász - MSc., MoM - Ärztlicher Direktor der Klinik, Zahnarzt, Kieferchirurg
Ein Zahnimplantat im Oberkiefer kommt infrage, wenn ein einzelner Zahn, mehrere Zähne oder im Extremfall alle Zähne ersetzt werden sollen. In diesem Beitrag erklären wir, wie der Eingriff abläuft, wann ein Knochenaufbau oder Sinuslift nötig ist und wann der endgültige Zahnersatz eingesetzt werden kann.
Ein Zahnimplantat im Oberkiefer ersetzt eine fehlende Zahnwurzel und dient als feste Basis für eine Krone, Brücke oder Prothese. Im Oberkiefer muss die Behandlung besonders genau geplant werden, weil Knochenqualität, Kieferhöhle und Zahnfleischform eine grosse Rolle spielen.
Im Seitenzahnbereich liegt die Kieferhöhle oft nahe an der geplanten Implantatposition. Wenn dort zu wenig Knochenhöhe vorhanden ist, kann vor oder während der Implantation ein Sinuslift notwendig sein. Im sichtbaren Frontzahnbereich stehen dagegen vor allem Zahnfleischverlauf, Knochenkontur und Ästhetik im Vordergrund.
Entscheidend ist deshalb nicht allein die Zahnlücke selbst. Wichtig ist, ob das Implantat stabil im Knochen verankert werden kann und ob der spätere Zahnersatz funktionell und optisch gut zur Situation passt.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Knochenstruktur. Der Unterkieferknochen ist dichter und bietet einem Implantat oft schneller eine stabile Grundlage. Der Oberkieferknochen ist weicher, deshalb braucht die Einheilung dort etwas mehr Zeit.
Im Oberkiefer spielt ausserdem die Kieferhöhle eine wichtige Rolle. Besonders im Seitenzahnbereich kann die vorhandene Knochenhöhe begrenzt sein. Wenn das Implantat dort nicht sicher verankert werden kann, muss der Knochen aufgebaut oder die Kieferhöhle mit einem Sinuslift angehoben werden.
Im Unterkiefer steht dagegen vor allem der Verlauf des Unterkiefernervs im Vordergrund. Zwischen Implantat und Nerv muss genug Abstand bleiben, damit es nicht zu Gefühlsstörungen kommt. Die Planung richtet sich deshalb immer nach dem jeweiligen Kiefer und der genauen Implantatposition.
Ein Zahnimplantat im Oberkiefer empfehlen wir dann, wenn ein einzelner Zahn fehlt, mehrere Zähne ersetzt werden müssen oder eine herausnehmbare Prothese nicht stabil genug sitzt. Besonders im sichtbaren Frontzahnbereich kann ein Implantat helfen, eine feste und ästhetisch natürliche Lösung zu schaffen, ohne gesunde Nachbarzähne zu beschleifen.
Ob ein Implantat die richtige Lösung ist, klärt sich erst in der Untersuchung. Eine Rolle spielen Knochenangebot, Zahnfleisch, Bisssituation, allgemeine Gesundheit und die Frage, welcher Zahnersatz später getragen werden soll. Daraus ergibt sich, ob ein Implantat direkt gesetzt werden kann oder ob zuerst ein Knochenaufbau nötig ist.
Vor einer Implantation im Oberkiefer prüfen wir zuerst, ob genug Knochen vorhanden ist und wie nahe die Kieferhöhle an der geplanten Implantatposition liegt. Eine einfache Sichtkontrolle reicht dafür nicht aus. Neben der Untersuchung im Mund sind Röntgenbilder und bei Bedarf eine 3D-Diagnostik wichtig.
Zur Planung gehören vor allem diese Punkte:
Erst wenn diese Punkte geklärt sind, lässt sich die Behandlung sinnvoll planen. Dabei zeigt sich auch, ob zusätzlich ein Knochenaufbau oder Sinuslift eingeplant werden muss.
Manchmal ist der vorhandene Knochen nicht hoch oder breit genug, um ein Implantat sicher zu halten. In solchen Fällen bauen wir den Knochen vorher auf. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein Zahn schon länger fehlt, nach Entzündungen oder wenn sich der Kieferknochen nach einer Zahnentfernung zurückgebildet hat.
Im seitlichen Oberkiefer kommt zusätzlich der Sinuslift infrage. Dabei heben wir den Boden der Kieferhöhle an, sodass mehr Knochenhöhe für das Implantat entsteht. Ob ein kleiner interner Sinuslift genügt oder ein grösserer externer Sinuslift notwendig ist, hängt davon ab, wie viel Knochenhöhe noch vorhanden ist.
Auf Implantaten im Oberkiefer können einzelne Kronen, Implantatbrücken oder ganze Prothesen befestigt werden. Ein einzelnes Implantat ersetzt meist einen fehlenden Zahn. Fehlen mehrere Zähne nebeneinander, kann eine Brücke auf zwei oder mehr Implantaten sinnvoll sein.
Wenn im Oberkiefer sehr viele oder alle Zähne fehlen, kommen implantatgetragene Prothesen oder festsitzende Vollversorgungen infrage. Welche Variante im Einzelfall am besten passt, besprechen wir gemeinsam – abhängig von der Zahl der fehlenden Zähne, vom Knochenangebot und davon, ob festsitzender Zahnersatz gewünscht ist.
Das Einsetzen eines Zahnimplantats im Oberkiefer erfolgt unter örtlicher Betäubung. Wie der Eingriff genau abläuft, richtet sich nach dem Knochenangebot an der geplanten Implantatstelle.
Den genauen Ablauf einer Implantation beschreiben wir ausführlich im Beitrag Ablauf einer Zahnimplantat-Behandlung.
Während des Eingriffs spüren Sie dank der örtlichen Betäubung keine Schmerzen, sondern eher Druck, Vibration oder leichte Zugbewegungen.
Nach der Implantation können Schmerzen, Schwellungen oder ein Druckgefühl auftreten. Das ist in den ersten Tagen normal und lässt sich meist gut mit den empfohlenen Schmerzmitteln und Kühlung kontrollieren. Wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht nachlassen oder wieder stärker werden, kontrollieren wir die Wunde lieber frühzeitig. Mehr dazu, was nach dem Setzen eines Implantats normal ist, lesen Sie im Beitrag Schmerzen nach dem Zahnimplantat-Setzen.
Die Einheilung eines Zahnimplantats im Oberkiefer dauert meist etwa 3 bis 6 Monate. Der genaue Zeitraum hängt von der Knochenqualität, der Implantatposition und davon ab, ob zusätzlich ein Knochenaufbau oder Sinuslift durchgeführt wurde.
Erst wenn das Implantat stabil eingeheilt ist, setzen wir den endgültigen Zahnersatz ein. Bei einfachen Fällen geht das schneller, bei Knochenaufbau oder mehreren Implantaten dauert es entsprechend länger. Für die Zwischenzeit versorgen wir Sie bei Bedarf mit einem Provisorium, damit die Lücke während der Einheilung versorgt ist.
Bei Zahnimplantaten im Oberkiefer können wie bei jeder Implantation Schmerzen, Schwellungen, Nachblutungen, Entzündungen oder Wundheilungsstörungen auftreten. Auch eine ausbleibende Einheilung oder ein späterer Implantatverlust ist möglich, vor allem wenn Knochenangebot, Mundhygiene oder Belastung ungünstig sind. Einen Überblick über alle möglichen Risiken einer Implantation finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag.
Oberkiefer-spezifisch ist die Nähe zur Kieferhöhle. Wird im Seitenzahnbereich mit wenig Knochenhöhe implantiert, muss besonders sorgfältig geplant werden. Nach einem Sinuslift kann es zusätzlich zu Beschwerden im Bereich der Kieferhöhle oder zu vorübergehendem Druckgefühl kommen.
Im sichtbaren Frontzahnbereich liegt das Risiko eher bei Zahnfleischverlauf, Knochenkontur und Ästhetik. Mit einer sorgfältigen Planung und einer guten Mundhygiene lassen sich die meisten dieser Risiken gering halten.
Unsere Zahnärzte sehen im Oberkiefer vor allem zwei typische Situationen: fehlende Seitenzähne mit wenig Knochenhöhe zur Kieferhöhle und sichtbare Frontzahnlücken, bei denen Zahnfleischform und Ästhetik sehr genau geplant werden müssen. In beiden Fällen ist die Vorbereitung oft entscheidender als der eigentliche Eingriff.
Viele sind überrascht, wenn ein Sinuslift oder Knochenaufbau eingeplant wird. Das ist aber keine Komplikation, sondern ein geplanter Schritt für ein stabiles Ergebnis. Wer das von Anfang an weiss, geht entspannter in die Behandlung.
Aus unserer Erfahrung zahlt sich vor allem die gemeinsame Planung aus – wenn Knochenangebot, Implantatposition und späterer Zahnersatz von Beginn an zusammengedacht werden. So lässt sich besser einschätzen, welches Ergebnis realistisch ist und welche Behandlungsschritte dafür nötig sind.
Dr. med. dent. (HU) - Allgemeiner Zahnarzt, Leitender Zahnarzt der Prothetischen Abteilung
Dr. med. dent. (HU) - Allgemeine Zahnärztin und Fachärztin für Parodontologie
Dr. med. dent. (HU) - Allgemeine Zahnärztin
Dr. med. dent. (HU) - Allgemeine Zahnärztin
Unsere Standorte in Dübendorf, Gland und Budapest arbeiten nach denselben implantologischen Standards. Diagnostik, Planung, Behandlung und Nachsorge sind klar aufeinander abgestimmt – je nachdem, welcher Behandlungsschritt an welchem Standort sinnvoll ist.
Unsere Hauptpraxis in der Region Zürich ist gut erreichbar aus Zürich, Uster und Winterthur. Hier planen und setzen wir Zahnimplantate für Patienten aus der Deutschschweiz – mit moderner Diagnostik, strukturierter Planung und einem eingespielten Team.
Unser Standort in Gland liegt zwischen Genf und Lausanne. Hier betreuen wir Patienten aus der Westschweiz persönlich und mehrsprachig – mit demselben implantologischen Qualitätsanspruch wie in Dübendorf.
In unserer Klinik in Budapest führen wir umfangreiche implantologische Behandlungen durch. Die Betreuung erfolgt in deutscher Sprache und ist eng mit der Planung und Nachsorge in unseren Schweizer Praxen abgestimmt.
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